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Water / Waste Water

Intelligente Wasseraufbereitungsanlagen

17.07.20263 Minuten Lesedauer

Da der weltweite Wasserbedarf steigt und die Auswirkungen des Klimawandels zunehmen, stehen traditionelle Wasseranlagen unter einem bislang beispiellosen Druck. Moderne Wasserversorger müssen von manuellen und reaktiven Betriebsabläufen auf widerstandsfähige, automatisierte Systeme umsteigen. Durch die digitale Transformation können Anlagen die Wasserqualität sichern, den Energieverbrauch optimieren und dem wachsenden Fachkräftemangel begegnen.

Was sind intelligente Wasseraufbereitungsanlagen?

Intelligente Wasseraufbereitungsanlagen stehen für die Zukunft der digitalen Wasseraufbereitung. Sie verwandeln herkömmliche Anlagen in hochgradig vernetzte Systeme. Durch die Integration einer robusten intelligenten Wasserinfrastruktur wechseln sie von reaktiven Betriebsabläufen zu einer proaktiven und automatisierten Steuerung.

Mithilfe vernetzter Sensoren und intelligenter Netzwerke können diese Anlagen die Wasserqualität sicherstellen, Ressourcen effizient nutzen und eine zuverlässige Wasserversorgung in kommunalen Versorgungsnetzen gewährleisten.

Die wichtigsten Technologien hinter intelligenten Wasseraufbereitungssystemen

Die Modernisierung von Wasseraufbereitungsanlagen erfordert den Einsatz moderner Technologien für das Wassermanagement. Das industrielle Internet der Dinge (IIoT) im Wassersektor basiert dabei auf mehreren zentralen Komponenten:

  • Edge- und Steuerungsebene: Leistungsstarke MELSEC-SPS übernehmen die Steuerung lokaler Prozesse.
  • Visualisierung: Die ICONICS Software Suite (GENESIS 11) bietet Echtzeit-Einblicke in den Anlagenbetrieb und ermöglicht eine zentrale Steuerung.
  • Datenarchivierung: Hyper Historian speichert wichtige Betriebs- und Prozessdaten.
  • Intelligente Antriebe: FREQROL-Frequenzumrichter optimieren den Betrieb von Motoren und Pumpen.

Echtzeitüberwachung der Wasserqualität und Datenanalyse

Durch den Einsatz vernetzter Wassersysteme können Versorgungsunternehmen zu einem datenbasierten Wassermanagement übergehen. Laufende Telemetriedaten und die kontinuierliche Überwachung von Wasserquellen liefern den Betreibern sofortige Informationen über chemische Werte, Durchflussmengen und andere wichtige Parameter.

Diese Transparenz in Echtzeit ermöglicht schnelle Gegenmaßnahmen, verbessert die Gesamtleistung der Anlage und unterstützt die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Wie verbessern Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen die Wasseraufbereitung?

Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Wasserwirtschaft hilft dabei, wichtige Herausforderungen wie den Fachkräftemangel zu bewältigen.

  • Vorausschauende Wartung: KI-gestützte FREQROL-Frequenzumrichter erkennen mechanische Auffälligkeiten wie Lagerverschleiß oder Korrosion frühzeitig, bevor Ausfälle auftreten.
  • Wissenstransfer: Expertensysteme erfassen das Erfahrungswissen langjähriger Mitarbeitender und unterstützen neue Beschäftigte bei ihren täglichen Aufgaben.

Automatisierung und Prozessoptimierung in der industriellen Wasseraufbereitung

Eine umfassende Automatisierung der Wasseraufbereitung ist entscheidend, um energieintensive Prozesse wie Belüftung und Pumpbetrieb effizienter zu gestalten. Durch die Kombination hocheffizienter Motoren mit intelligenter Software wie EcoAdviser können Versorgungsunternehmen ineffiziente Anlagenkomponenten identifizieren und Energieverluste reduzieren.

Dieses Maß an Automatisierung sorgt für einen wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb.

Welche Vorteile bieten digitale Wasseraufbereitungsanlagen?

Die digitale Transformation von Wasserversorgungsunternehmen bringt messbare betriebliche und ökologische Vorteile:

  • Energieeinsparungen: Fortschrittliche Überwachungssysteme und Frequenzumrichter senken den Stromverbrauch.
  • Längere Lebensdauer von Anlagen: Kompatible Hardware-Upgrades verlängern die Nutzungsdauer bestehender Systeme.
  • Schonung von Ressourcen: Präzise Prozesssteuerung reduziert Wasserverluste und den übermäßigen Einsatz von Chemikalien.
  • Höhere Klimaresilienz: Echtzeitdaten helfen dabei, Risiken durch Dürreperioden oder Starkregen frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Herausforderungen bei der Einführung intelligenter Wassermanagementsysteme

Eine erfolgreiche digitale Transformation in der Wasserwirtschaft erfordert die Bewältigung wichtiger Integrations- und Sicherheitsanforderungen.

  • Cybersicherheit: Der Schutz kritischer Infrastrukturen erfordert ganzheitliche Sicherheitskonzepte nach dem sogenannten „Defense-in-Depth“-Prinzip und unter Berücksichtigung der Norm IEC 62443-4-1.
  • Alternde Infrastruktur: Die Integration bestehender Anlagen in moderne digitale Plattformen kann komplex sein.
  • Schrittweise Modernisierung: Um Risiken und Engineering-Kosten bei der Modernisierung einer Anlage zu minimieren, sollten Versorgungsunternehmen einen schrittweisen Ansatz verfolgen und beispielsweise die Smart Manufacturing Kaizen Level (SMKL)-Methodik nutzen.

FAQ

Was sind intelligente Wassermanagementsysteme?

Intelligente Wasseraufbereitungsanlagen sind moderne, hochautomatisierte Anlagen, die intelligente Wassertechnologien wie IoT-Sensoren, Edge-Controller, moderne SCADA-Systeme und Künstliche Intelligenz nutzen, um Prozesse der Wasseraufbereitung und -verteilung zu überwachen, zu steuern und zu optimieren.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen, die auf manuelle Probenahmen und reaktive Maßnahmen angewiesen sind, erfassen und analysieren intelligente Anlagen Betriebsdaten in Echtzeit. Dadurch können sie die Dosierung von Chemikalien automatisch anpassen, die Leistung von Pumpen optimieren und Abweichungen bei der Wasserqualität sofort erkennen.

So wird eine sichere, zuverlässige und besonders effiziente Wasserversorgung gewährleistet.

Wie funktionieren intelligente Wassermanagementsysteme?

Diese digitalen Wassersysteme arbeiten mit einer mehrstufigen digitalen Architektur.

Auf der Anlagenebene erfassen intelligente Sensoren und Messgeräte kontinuierlich Echtzeitdaten zu wichtigen Parametern wie Druck, Durchfluss, pH-Wert und Trübung. Diese Daten werden an lokale Steuerungssysteme, beispielsweise MELSEC-SPS, übermittelt, die Prozesse automatisch und präzise regeln.

Anschließend werden die Informationen in modernen SCADA-Plattformen wie GENESIS 11 zusammengeführt und übersichtlich dargestellt. Dadurch erhalten Betreiber einen zentralen Überblick über die gesamte Anlage und können datenbasierte Entscheidungen treffen sowie frühzeitig auf Veränderungen oder mögliche Probleme reagieren.

Welche Technologien werden in Wassermanagementsystemen verwendet?

Genau wie moderne Industrieanlagen, beispielsweise die erste nachhaltige Metallrecyclinganlage, setzen auch moderne Wasseraufbereitungsanlagen auf eine Kombination aus robuster Hardware und intelligenter Software. Zu den wichtigsten Technologien gehören speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) für die lokale Prozesssteuerung, Frequenzumrichter wie FREQROL zur Optimierung der Effizienz von Pumpen und Motoren, Hochgeschwindigkeits-Datenarchive (Hyper Historian) zur sicheren Speicherung großer Mengen an Betriebsdaten sowie KI-gestützte Analysewerkzeuge für Echtzeitdiagnosen und vorausschauende Wartung.

Was ist Echtzeitüberwachung von Wasserqualität?

Die Echtzeitüberwachung der Wasserqualität ist die kontinuierliche Überwachung physikalischer, chemischer und biologischer Wasserparameter mithilfe von Telemetriedaten. In herkömmlichen Wasseraufbereitungsanlagen entnehmen Mitarbeitende Wasserproben manuell und analysieren diese im Labor. Dadurch entstehen oft zeitliche Verzögerungen. Bei der Echtzeitüberwachung kommen vernetzte Sensoren direkt im Prozess zum Einsatz. Sie liefern sofort Daten zu Parametern wie Chlorgehalt, Trübung oder Sauerstoffgehalt des Wassers. Dadurch können Versorgungsunternehmen Verunreinigungen sofort erkennen, die chemische Wasseraufbereitung direkt anpassen und verhindern, dass belastetes Wasser in das Versorgungsnetz gelangt.

Wie wird künstliche Intelligenz in Wassermanagementsystemen eingesetzt?

In modernen Wassersystemen wird Künstliche Intelligenz in erster Linie für die vorausschauende Wartung, die Optimierung von Prozessen und den Wissenstransfer eingesetzt. KI-Algorithmen analysieren Echtzeitdaten von wichtigen Anlagenkomponenten wie Pumpen und Gebläsen, um frühzeitig Anzeichen von Verschleiß, beispielsweise Lagerschäden oder Korrosion, zu erkennen, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Darüber hinaus automatisieren KI-gestützte Analysewerkzeuge die Auswertung komplexer Daten. Dadurch können Betreiber energieintensive Prozesse wie Belüftung und Pumpbetrieb optimieren, ohne dafür spezialisierte Datenwissenschaftler zu benötigen.

Was sind die Vorteile von automatisierten Wassermanagementsystemen?

Automatisierte Systeme bieten durch Automatisierungslösungen für die Wasserwirtschaft messbare betriebliche, finanzielle und ökologische Vorteile. Sie reduzieren den Energieverbrauch erheblich, indem sie die Drehzahl von Pumpen und Gebläsen automatisch an den tatsächlichen Bedarf anpassen.

Außerdem verringern sie den Chemikalienverbrauch durch eine präzise automatische Dosierung, verhindern kostspielige ungeplante Ausfälle durch frühzeitige Warnmeldungen und erleichtern die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften durch die Erstellung genauer Echtzeitberichte.

Darüber hinaus erhöhen Automatisierungslösungen die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Sie ermöglichen es Anlagen, sich automatisch an plötzliche Kapazitätsspitzen bei Starkregen anzupassen oder Ressourcen während Trockenperioden effizient zu verwalten.


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