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Water / Waste Water

Digitalisierung der Wasserinfrastruktur

24.07.20263 Minuten Lesedauer

Die globale digitale Wasserwirtschaft befindet sich in einem Wandel. Angesichts zunehmender Wasserknappheit, strengerer regulatorischer Anforderungen und sinkender Betriebsbudgets sind traditionelle, manuelle Arbeitsabläufe für Versorgungsunternehmen keine tragfähige Option mehr. Moderne Wasser- und Abwassersysteme müssen fortschrittliche Technologien für das Wassermanagement einsetzen, um ihre langfristige betriebliche Widerstandsfähigkeit zu sichern, den Ressourcenverbrauch zu optimieren und kritische öffentliche Infrastrukturen zu schützen.

Einführung in die Digitalisierung der Wasserinfrastruktur

Der Übergang zu einer modernen digitalen Wasserinfrastruktur ermöglicht kommunalen und industriellen Betreibern eine vollständige Transparenz über hochkomplexe, verteilte Netzwerke. Durch den Einsatz vernetzter Sensoren, leistungsfähiger Edge-Controller und zentralisierter Visualisierungsplattformen können Versorgungsunternehmen den gesamten Wasserkreislauf nahtlos steuern.
Diese digitale Transformation ermöglicht eine schnellere Leckageerkennung, automatisierte Prozessanpassungen und eine proaktive Ressourcenschonung. Dadurch wird sichergestellt, dass sauberes Wasser sicher und effizient an wachsende urbane und industrielle Gebiete geliefert wird.

Warum alternde Wasserinfrastrukturen nicht länger mit manuellen Prozessen betrieben werden können

Viele Wassernetze basieren auf Infrastrukturen, die bereits seit Jahrzehnten im Einsatz sind. Im Laufe der Jahre haben selektive Modernisierungen einzelner Anlagenteile zu einer erheblichen Systemkomplexität und zu schwerwiegenden Interoperabilitätsproblemen zwischen Komponenten verschiedener Hersteller geführt. Manuelle Dokumentation und physische Inspektionen können mit diesen Herausforderungen nicht Schritt halten und sind zudem nicht in der Lage, versteckte Kapazitätsengpässe oder sich langsam entwickelnde Leckagen zuverlässig zu erkennen.

Um schwerwiegende Ausfälle und Wasserverluste zu verhindern, müssen Versorgungsunternehmen die Digitalisierung ihrer Wasserbetriebe priorisieren. Die Integration bestehender Anlagen in moderne Plattformen über offene Kommunikationsprotokolle wie OPC UA und MQTT ermöglicht es, wertvolle Betriebsdaten zu nutzen, ohne funktionierende Hardware ersetzen zu müssen. Dieser abwärtskompatible Migrationspfad reduziert die anfänglichen Investitionskosten und bietet gleichzeitig einen klaren Fahrplan für die systematische Modernisierung der Anlage.

Wo Energieverluste in Wasseraufbereitungsanlagen entstehen

Die Wasser- und Abwasseraufbereitung zählt zu den energieintensivsten kommunalen Prozessen und verursacht häufig einen erheblichen Teil der Betriebskosten. Besonders große Energieverluste entstehen in mehrstufigen Pumpstationen und Belüftungssystemen, die kontinuierlich mit fester Geschwindigkeit betrieben werden, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf oder schwankenden Durchflussmengen.

Die Optimierung des Energieverbrauchs in Wassersystemen ist daher entscheidend. Durch die Kombination hocheffizienter Elektromotoren mit intelligenten Frequenzumrichtern (VFDs) und spezieller Energiemanagement-Software wie EcoAdviser können Anlagenbetreiber ineffiziente Komponenten in Echtzeit identifizieren. Das System passt die Motordrehzahlen automatisch an den tatsächlichen Netzdruck und die aktuelle Nachfrage an, wodurch unnötiger Stromverbrauch vermieden und Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden.

Von reaktiv zu prädiktiv: Wie Automatisierung den Betrieb von Kläranlagen verändert

Traditionelle Instandhaltungsstrategien im Wassersektor waren lange Zeit reaktiv ausgerichtet: Maßnahmen wurden erst ergriffen, nachdem eine Pumpe ausgefallen oder eine Leitung beschädigt worden war. Die Einführung prädiktiver Wartung in der Wasseraufbereitung verändert diesen Ansatz grundlegend, indem mögliche Störungen bereits im Vorfeld erkannt werden.

Durch den Einsatz intelligenter Frequenzumrichter mit integrierten Diagnosefunktionen können Betreiber den Zustand ihrer Anlagen kontinuierlich überwachen. So kann beispielsweise eine erhöhte Vibrationsamplitude auf verschlissene Lager hinweisen, während elektrische Anomalien erste Anzeichen von Korrosion darstellen können. Die frühzeitige Erkennung solcher Abweichungen ermöglicht es Wartungsteams, Reparaturen während geplanter Stillstände durchzuführen, ungeplante Ausfälle zu vermeiden und eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherzustellen.

Die Technologien hinter einer intelligenten Wasserinfrastruktur

Der Aufbau eines modernen und widerstandsfähigen Wassernetzes erfordert ein eng integriertes Zusammenspiel robuster Hardware und intelligenter Software. Ähnlich wie bei modernen Automatisierungskonzepten in nachhaltigen Industrieanlagen basiert ein intelligentes Wassersystem auf mehreren technologischen Ebenen:

  • Edge- und Steuerungsebene: Leistungsfähige MELSEC-Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) übernehmen präzise, lokale Regelungsaufgaben für Chemikaliendosierung, Filtration und Durchflusssteuerung.
  • Visualisierungsebene: Die SCADA-Plattform ICONICS GENESIS 11 bündelt Daten aus verschiedenen Systemen in intuitiven Echtzeit-Dashboards, die auf unterschiedlichen Endgeräten verfügbar sind.
  • Datenarchivierungsebene: Hyper Historian, ein leistungsstarkes 64-Bit-Hochgeschwindigkeitsarchiv, speichert große Mengen historischer Prozess- und Telemetriedaten sicher für Berichterstattung und Compliance-Anforderungen.
  • Antriebsebene: FREQROL-Frequenzumrichter optimieren die Energieeffizienz von Motoren und führen gleichzeitig automatische Selbstdiagnosen durch.

Echtzeitdaten und IIoT: Vom Sensor zur Entscheidung im Wassermanagement

Der Einsatz des Industrial Internet of Things (IIoT) im Wassermanagement schließt die Lücke zwischen isolierten Feldgeräten und strategischen Entscheidungen auf Managementebene. Vernetzte Sensoren erfassen kontinuierlich Parameter wie Fließgeschwindigkeit, Druck, pH-Wert und Trübung.

Diese Daten werden direkt am Netzwerkrand verarbeitet und an die zentrale GENESIS-11-Plattform übertragen. Dort werden Rohdaten in verwertbare Erkenntnisse umgewandelt. Dieser nahtlose Informationsfluss ermöglicht datenbasierte Entscheidungen in Echtzeit, steigert die Gesamtleistung der Anlage, vereinfacht gesetzlich vorgeschriebene Berichtspflichten und unterstützt die Einhaltung von Umwelt- und Sicherheitsstandards.

Wie sieht Abwasserautomatisierung in der Praxis aus?

In der Praxis nutzen intelligente Abwassersysteme moderne Technologien der Abwasserbehandlung, um komplexe biologische und chemische Prozesse zu automatisieren. Mithilfe eines digitalen Zwillings der Wasserinfrastruktur können Betreiber ein virtuelles Abbild der realen Anlage erstellen und unterschiedliche Betriebsszenarien simulieren, beispielsweise plötzliche Kapazitätsspitzen bei Starkregen oder Überlastungen der Kanalisation.

Diese Vorhersagefähigkeit ermöglicht ein hochoptimiertes intelligentes Abwassermanagement. Automatisierte Systeme können Ventile, Pumpen und Belüftungsgebläse dynamisch anpassen und so jederzeit optimale Betriebsbedingungen gewährleisten.

Darüber hinaus können Versorgungsunternehmen durch einen schrittweisen Implementierungsansatz nach der Smart Manufacturing Kaizen Level (SMKL)-Methodik ihre Prozesse schrittweise digitalisieren. Dadurch werden Investitionsrisiken minimiert, während Effizienz und Leistungsfähigkeit kontinuierlich gesteigert werden.

Was ist die Digitalisierung von Wasserinfrastruktur

Die Digitalisierung der Wasserinfrastruktur bedeutet, moderne digitale Technologien in Wasser- und Abwassernetzen einzusetzen. Dazu gehören beispielsweise vernetzte Sensoren, speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), Systeme zur Datenspeicherung sowie moderne Überwachungs- und Visualisierungssoftware wie GENESIS 11.

Dadurch werden klassische Anlagen, die bisher überwiegend manuell betrieben wurden, zu vernetzten und datenbasierten Systemen. Die Digitalisierung ermöglicht es Versorgungsunternehmen, Wasserqualität, Druck und Durchflussmengen in Echtzeit zu überwachen, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren und Anlagen vorausschauend zu steuern.

So können Probleme frühzeitig erkannt, Ausfälle vermieden und Wasser, Energie sowie andere Ressourcen effizienter genutzt werden.

Wie senkt die Automatisierung von Abwasseranlagen die Betriebskosten?

Die Automatisierung von Abwasseranlagen senkt die Betriebskosten, indem sie Energie-, Chemikalien- und Personalaufwand effizienter gestaltet.

Automatisierte Systeme steuern Prozesse wie Belüftung und Pumpen bedarfsgerecht. Anstatt Anlagen permanent mit voller Leistung laufen zu lassen, passen sie die Drehzahl und Leistung automatisch an den tatsächlichen Bedarf in Echtzeit an. Dadurch wird weniger Energie verbraucht und die Betriebskosten sinken.

Zusätzlich überwachen intelligente Diagnosesysteme den Zustand von Maschinen und Anlagen kontinuierlich. Verschleiß oder technische Probleme werden früh erkannt, sodass Wartungsarbeiten rechtzeitig geplant werden können. Das hilft, teure Notfallreparaturen und ungeplante Ausfälle zu vermeiden.

Auch administrative Aufgaben werden vereinfacht: Berichte und Nachweise für gesetzliche Vorgaben können automatisch erstellt werden. Dadurch entfällt ein großer Teil der manuellen Dokumentationsarbeit, sodass Mitarbeitende mehr Zeit für wichtige Aufgaben wie Prozessoptimierung und Anlagenverbesserungen haben.

Insgesamt führt die Automatisierung zu niedrigeren Kosten, höherer Betriebssicherheit und einer effizienteren Nutzung von Ressourcen.

Welche Rolle spielt das Industrial Internet of Things (IIoT) in der Wasserwirtschaft?

Das Industrial Internet of Things (IIoT) bildet das zentrale Nervensystem einer modernen, intelligenten Wasserinfrastruktur. Dabei werden vernetzte Sensoren und intelligente Geräte in Wasser- und Abwasseranlagen, Speicherbecken sowie Rohrleitungsnetzen installiert.

Diese Geräte erfassen kontinuierlich wichtige Betriebs- und Umweltdaten, darunter Wassertemperatur, pH-Wert, Trübung, Fließgeschwindigkeit und Vibrationen. Die gesammelten Informationen werden sicher an lokale Steuerungssysteme und zentrale Überwachungsplattformen wie GENESIS 11 übertragen.

Dadurch können Betreiber ihre Anlagen in Echtzeit überwachen, Prozesse automatisch steuern und umfangreiche Datenanalysen durchführen. So lassen sich Probleme frühzeitig erkennen, Abläufe optimieren und die Effizienz sowie die Betriebssicherheit der gesamten Wasserinfrastruktur verbessern.

Wie verbessert die Digitalisierung die Energieeffizienz?

Die Digitalisierung verbessert die Energieeffizienz, indem sie transparent macht, wo und wann Energie verbraucht wird. Mithilfe spezieller Energiemanagement-Software wie EcoAdviser und intelligenter Frequenzumrichter wie FREQROL können Betreiber den Energieverbrauch einzelner Pumpen, Gebläse und anderer Anlagenkomponenten genau überwachen.

Auf Basis dieser Daten passt das System die Drehzahl von Motoren automatisch an den tatsächlichen Bedarf im Netz an. Außerdem können energieintensive Prozesse gezielt in Zeiten mit geringer Netzbelastung oder günstigeren Stromtarifen verlagert werden.

Dadurch sinken sowohl die Stromkosten als auch die CO₂-Emissionen deutlich. Gleichzeitig werden Ressourcen effizienter genutzt und die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage verbessert.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Digitalisierung der Wasserwirtschaft?

Zu den häufigsten Herausforderungen gehören Anforderungen an die Cybersicherheit, die Integration bestehender Anlagen sowie begrenzte Budgets.

Da Wasser- und Abwassersysteme zur kritischen Infrastruktur gehören, sind sie besonders anfällig für Cyberangriffe. Deshalb sind umfassende Sicherheitskonzepte erforderlich, die mehrere Schutzebenen kombinieren und beispielsweise den Anforderungen der Norm IEC 62443-4-1 entsprechen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass viele Versorgungsunternehmen mit älteren, über Jahre hinweg gewachsenen Systemen arbeiten. Diese unterschiedlichen Anlagen und Komponenten können häufig nicht ohne Weiteres mit moderner Software kommunizieren, was die Digitalisierung erschwert.

Um diese Hürden zu überwinden, setzen Unternehmen auf offene Kommunikationsstandards sowie schrittweise Modernisierungsstrategien. Auf diese Weise können bestehende Anlagen weiter genutzt, Risiken reduziert und Investitionen über einen längeren Zeitraum verteilt werden. Das erleichtert den Übergang zu einer modernen, digitalen Wasserinfrastruktur und senkt gleichzeitig die Kosten.

Wie funktioniert vorausschauende Wartung in Wasser- und Abwasseranlagen?

Systeme für die vorausschauende Wartung nutzen moderne Sensoren und integrierte künstliche Intelligenz, um den Zustand von Maschinen in Echtzeit zu überwachen. Beispielsweise können Sensoren an einer Pumpe leichte Veränderungen bei Vibrationen oder der Temperatur erkennen, die auf ein verschlissenes Lager hinweisen. Ebenso können intelligente Frequenzumrichter Probleme wie Korrosion oder elektrische Störungen frühzeitig erkennen. Das System meldet diese Auffälligkeiten automatisch an das Wartungsteam, sodass Reparaturen während geplanter Wartungsarbeiten durchgeführt werden können, bevor es zu einem schwerwiegenden Ausfall kommt.

Was ist der Unterschied zwischen Wasserautomatisierung und Smart Water Management?

Während Wasserautomatisierung vor allem die Steuerung einzelner Anlagen und Prozesse umfasst, zum Beispiel wenn eine SPS automatisch ein Ventil öffnet, sobald ein Tank einen bestimmten Füllstand erreicht, geht Smart Water Management deutlich weiter.

Smart Water Management betrachtet das gesamte Wassersystem. Dabei werden lokale Automatisierungslösungen mit Datenanalysen, SCADA-Plattformen wie GENESIS 11 und vorausschauenden Modellen kombiniert.

Anhand von Echtzeit- und historischen Daten können ganze Versorgungsnetze optimiert, Wasserressourcen nachhaltiger verwaltet, der zukünftige Wasserbedarf vorhergesagt und strategische Entscheidungen getroffen werden. Ziel ist es, die Effizienz, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit der gesamten Wasserinfrastruktur zu verbessern.

Was sollten Betreiber von Wasseranlagen zu Beginn eines Digitalisierungsprojekts priorisieren?

Betreiber sollten auf eine schrittweise Einführung setzen, anstatt das gesamte System auf einmal zu modernisieren und damit hohe Risiken einzugehen.

Mit Methoden wie dem Smart Manufacturing Kaizen Level (SMKL) können Unternehmen zunächst einzelne Maschinen oder kleine Bereiche einer Anlage digitalisieren. Dieser Ansatz reduziert das Investitionsrisiko, ermöglicht es dem Team, praktische Erfahrungen zu sammeln, und liefert schnell messbare Ergebnisse.

So lassen sich zukünftige Ausbauschritte besser planen und leichter begründen.


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