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Material handling

Lagerautomatisierung und intelligente Logistik

07.08.20263 Minuten Lesedauer

Das rasante Wachstum des E-Commerce und die sich wandelnden Anforderungen an die Lieferkette haben die Distributionszentren unter beispiellosen Druck gesetzt. Um ihren Wettbewerbsvorteil zu bewahren, müssen die Betriebe von manuellen, fehleranfälligen Arbeitsabläufen auf agile, automatisierte Systeme umstellen. Die Einführung fortschrittlicher Logistikautomatisierung ist eine strategische Notwendigkeit, um einen kontinuierlichen Durchsatz, maximale Genauigkeit und betriebliche Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

Warum musste dieses Lager seine Logistikabläufe neu überdenken?

Vor der Modernisierung hatte das Lager mit erheblichen Engpässen in den Bereichen manuelle Kommissionierung und Konfektionierung zu kämpfen. Eine hohe Mitarbeiterfluktuation und komplexe Aufträge mit großer Produktvielfalt führten zu häufigen Kommissionierfehlern, was den Versand verlangsamte und die Kosten für die Rückwärtslogistik in die Höhe trieb. Das Lager stützte sich auf eine papierbasierte Nachverfolgung, wodurch eine Bestandsverwaltung in Echtzeit unmöglich war. Um den Betrieb zu skalieren und kostspielige menschliche Fehler zu beseitigen, benötigte das Lager eine umfassende Strategie zur Digitalisierung des Lagers, um seine veralteten, manuellen Arbeitsabläufe zu ersetzen.

Eingesetzte Lagerautomatisierungssysteme: Was wurde eingesetzt und warum?

Die Anlage setzte eine Reihe automatisierter Lagerlösungen ein, die darauf ausgelegt sind, Fehler bereits an der Quelle zu vermeiden. Sie integrierte „Guided Operator Solutions“ (GOS) für fehlerfreies Kommissionieren, Konfektionieren und Nachfüllen von Teilen. Diese Poka-Yoke-Terminals leiten die Mitarbeiter mithilfe von Leuchtanzeigen, fotoelektrischen Sensoren und physischen Rolltoren, die sich nur für den richtigen Artikel öffnen, zum richtigen Teilefach. Um den Transport zu revolutionieren, führte das Lager das „Linear Transfer System“ (LTS) mit „Smart Carriage“-Technologie ein. Diese gemeinsam mit APT Automation entwickelten intelligenten Transportwagen fahren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4 m/s und können Lasten von bis zu 12 kg befördern. Ausgestattet mit einer integrierten 24-VDC-Stromversorgung versorgen sie Sensoren und Greifer während der Fahrt mit Strom. Ähnlich wie die fortschrittlichen Steuerungssysteme, die die erste nachhaltige Metallrecyclinganlage steuern, ermöglicht diese Konfiguration eine nahtlose Synchronisation mit MELFA-Industrierobotern.

Wie hat intelligente Lagertechnik den täglichen Betriebsablauf verändert?

Die Integration intelligenter Lagertechnologie hat die täglichen Arbeitsabläufe grundlegend verändert. Die Bediener überwachen nun die gesamte Anlage über die SCADA-Plattform ICONICS GENESIS 11, die Daten von Feldgeräten in intuitiven Echtzeit-Dashboards zusammenführt. Diese nahtlose Integration des IIoT in die Logistik verbindet den Lagerbereich über schnelle CC-Link-Netzwerke direkt mit ERP- und MES-Systemen. Auch der tägliche Betrieb ist sicherer geworden. Das LTS verfügt über ein fortschrittliches Sicherheitssystem mit Sicherheitszonenscannern, die die Fahrgeschwindigkeit reduzieren, sobald ein Bediener erkannt wird, sodass das System in einer Umgebung ohne Umzäunung betrieben werden kann. Darüber hinaus konnte das Lager durch die Anwendung einer schrittweisen SMKL-Methodik bei der Modernisierung der Anlage die Implementierungsrisiken minimieren.

Ergebnisse: Was hat die Logistikautomatisierung in Zahlen gebracht?

Die Umstellung auf intelligente Logistiksysteme führte zu sofortigen, messbaren Verbesserungen. Kommissionierfehler wurden vollständig beseitigt, wodurch die Kosten für die Bearbeitung von Retouren um 95 % gesenkt wurden. Durch die Kombination von GOS und LTS stieg die Kommissioniergeschwindigkeit um 45 %, was die Gesamtleistung deutlich steigerte. Darüber hinaus erzielte das Lager durch den Einsatz dieser fortschrittlichen Automatisierungslösungen für den Materialumschlag eine Steigerung des Durchsatzes um 30 % und bewies damit, dass vorausschauende Logistikautomatisierung und moderne Lagerrobotik eine schnelle Amortisation der Investition ermöglichen.

FAQ-Bereich

Was sind Lagerautomatisierungssysteme und wie funktionieren sie?

Es handelt sich um integrierte Hardware- und Softwarelösungen – wie Förderbänder, AMRs und intelligente Kommissionierterminals –, die sich wiederholende Lageraufgaben automatisieren. Koordiniert durch SCADA-Plattformen wie GENESIS 11 setzen sie ERP-Aufträge in konkrete Bewegungsabläufe um, um Waren mit absoluter Präzision einzulagern, zu entnehmen und zu sortieren.

Inwiefern senkt die Automatisierung der Logistik die Betriebskosten?

Durch die Automatisierung lassen sich Kosten senken, da Kommissionierfehler nahezu vollständig vermieden, der Personaleinsatz optimiert und der vertikale Lagerraum maximal ausgenutzt werden. Darüber hinaus erkennt die vorausschauende Diagnose Verschleißerscheinungen an den Anlagen frühzeitig und beugt so teuren Notfallreparaturen und ungeplanten Ausfallzeiten vor.

Was ist intelligente Lagertechnik?

Intelligente Lagertechnik integriert IIoT-Sensoren, künstliche Intelligenz und Echtzeit-Datenanalyse in herkömmliche Abläufe. Dadurch können sich Systeme dynamisch an veränderte Bedingungen anpassen, beispielsweise durch die Vorhersage von Engpässen, die Neugestaltung von Routen und die Selbstdiagnose von Maschinen.

Wie lange dauert die Implementierung einer Lagerautomatisierung in der Regel?

Die Umsetzungszeiträume reichen von wenigen Wochen für gezielte Modernisierungen (wie „Guided Operator Solutions“) bis zu 12–18 Monaten für anlagenweite Umstellungen. Durch den Einsatz einer schrittweisen SMKL-Methodik können Unternehmen die Umsetzung schrittweise vorantreiben und Betriebsunterbrechungen auf ein Minimum reduzieren.

Was sollten Unternehmen beachten, bevor sie in die Automatisierung der Logistik investieren?

Unternehmen sollten ihre derzeitigen betrieblichen Engpässe analysieren, die Interoperabilität der Systeme über Hochgeschwindigkeitsnetzwerke wie CC-Link sicherstellen und der modularen Skalierbarkeit Priorität einräumen. Außerdem müssen sie die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften für „fenceless“-Umgebungen berücksichtigen und die langfristigen Gesamtbetriebskosten berechnen.


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